Zunächst aber muss geklärt werden, was mein Gesicht überhaupt ist. Die Natur scheint darüber(wenn man dem Spiegel glauben darf) verschiedene Ansichten zu haben: Mal sehe ich so aus und 30 Jahre später auf einmal so. Ja, was denn nun?
Zur Illustration zwei Beispiele:
| einmal so | einmal so |
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Rätsel: Wer findet die 10 Gemeinsamkeiten?
Also ich sehe nur Unterschiede. Der Linke fast nackt, der Rechte dick angezogen, der Linke mit Hut, der Rechte mit Mütze, der Linke freut sich nach außen, der Rechte nach innen, mal ist Sommer, mal Winter. Eine gewisse Familienähnlichkeit ist ... naja; also der Rechte sollte auf jeden Fall einen Vaterschaftstest machen lassen.
Wie sehe ich also aus? Fangen wir nochmal ganz von vorne an.
Das bin ich. Sagt zumindest meine (mutmaßliche) Mutter.
Offenbar wurde ich schwarz-weiß geboren: graue Haare, blaßgrauer Teint, dunkelgraue Augen.
Und soooon Hals hatte ich. Keine Ahnung, warum.
Das bin ich heute. Etwas mehr Farbe als früher, vor allem im Hintergund. Es ist nicht alles schlecht im Westen.
Wie es aussieht, neige ich mittlerweile zu Angela-Merkel-Mundwinkeln. Nun gut, ich nehme die Wahl an. Was für das Land gut ist, soll für mich nicht schlecht sein.
Vielleicht stellt es sich als gutes Omen heraus, und ich werde eines Tages Kanzlerin. Das Zeug dazu habe ich (zumindest die Mundwinkel). Und aus dem Osten bin ich auch.
Ich könnte mir aber auch einen Bart stehen lassen, wie diesen Sommer während der Fußball-EM. Schon fallen die Mundwinkel nicht mehr so ins Gesicht ... äh Gewicht. Kanzlerin wollte ich sowieso noch nie werden.
Allerdings kratzt so ein Bart ganz schön. Ich schlafe ja gerne mit dem Gesicht im Kopfkissen, und das ist dann nicht mehr so kuschelig.
Übrigens habe ich blau-graue Augen. Eine der wenigen Konstanten in meinen Gesicht (abgesehen von meiner Schwarz-Weiß-Phase früher - ach, schlimm wars. Ich will die DDR nicht wiederhaben).
Und so sehe ich nach dem Duschen aus. No Future for me, sage ich mal.
Wen's übrigens interessiert: unterhalb des Bildes bin ich nackt. Das muss man sich jetzt einfach mal vorstellen.
Hier soll es ja ums Gesicht gesehen. Fragt sich nur um welches? Ich hab einfach zu viele. Das nächste zum Beispiel.
So sehe ich kurz vor meinem Friseurbesuch immer aus. Wie ich hinterher aussehe, hängt von der politischen Gesinnung der Frisöse ab. Also immer anders.
Für 2008 soll es das erstmal gewesen sein. Alle Gesichter zu zeigen, würde hier den Rahmen sprengen. Aber welches ist nun meines? Ansichtssache, würde ich sagen.
2009 gibt's wieder neue Gesichter. Huh, mir graut schon davor. Am besten ich schaue gar nicht in den Spiegel und lass mich in 10 Jahren überraschen, was aus mir geworden ist. Hoffentlich erkenne ich mich wieder. Wenn nicht, ist es auch egal.



1 Kommentare:
Grandioses Zeug! Ich fand im Übrigen auch den literarischen Biathlon im RAQ-Tempel am 1.1.2009 sehr erheiternd.
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